4 Meter 60 nach Hause gehen 2007, Städtische Galerie Bremen

4 Meter 60 nach Hause gehen 2007

Christian Helwing arbeitet in situ, das heißt vor Ort in enger Korrespondenz mit den vorgegebenen Ausmaßen und Proportionen. Jedoch werden die Räume, auf die sich seine Arbeiten beziehen, nicht nur in ihrer spezifischen Architektur betrachtet. Stets interessieren neben den architektonischen Gegebenheiten weitere Funktionen wie soziale, repräsentative oder historische.

Zum Beispiel die Arbeit 4 Meter 60 nach Hause gehen – sein Beitrag zur Bremer Förderpreisausstellung in der Städtischen Galerie. Der Realraum wird in seinen verschiedenen Funktionen zum Gegenstand der Arbeit: Ausstellungsraum und Durchgangsraum. Helwing tarnt seine Plastiken als Architektur, indem er eine gewisse Nützlichkeit vortäuscht. Die aneinander gesetzten Wandsegmente erinnern an  minimalistische Bauhaus-Architektur, Beleuchtung und Strukturputz lassen Assoziationen an die Hausflure der 50er Jahre aufkommen. Darüber hinaus beansprucht die Arbeit eine eigene skulpturale Realität. Der von ihm gebaute Flur war funktional dazu bestimmt, den Ausstellungsraum zu betreten, das Hineingehen und Hinausgehen zu kanalisieren. Dieser begehbare Flur löste sich aber nicht in funktionaler Architektur auf, weil der Raum auch ohne diesen Einbau funktioniert.  Joachim Kreibohm

Material:  460 x 235 x 103 cm, 2 Wandlampen, Strukturputz, Spanplatte, Dachlatten